EMECA Press Releases

European Major Exhibition Centres Association
"Messen sind Stoßdämpfer der Krise"


"Messen sind Stoßdämpfer der Krise"

- EMECA-Messeplätze von Rezession unterschiedlich betroffen
- Landesmesse Stuttgart neues Mitglied im Verband der großen europäischen Messeplätze
- EMECA verlegt Sitz nach Brüssel, in die "Hauptstadt Europas"
- EMECA ist Partner in Europäischem Konsortium

Die aktuelle Wirtschaftskrise trifft auch die europäische Messewirtschaft. Die in der EMECA (European Major Exhibition Centres Association) zusammengeschlossenen Messeplätze beweisen aber - allen unterschiedlichen Einzelfällen zum Trotz - die Stärke des Messeplatzes Europa in Zeiten plötzlicher Marktveränderungen. Insgesamt stehen die 19 Mitgliedsplätze deutlich besser da als ihre Kollegen in Asien und Amerika. Das wurde bei der letzten Generalversammlung dieses europäischen Messeclubs deutlich, die in Verona stattfand. "Hier zeigt sich, wo die starken und zugkräftigen Messemarken beheimatet sind", so der EMECAPräsident, René Kamm, CEO der schweizerischen MCH Group. Da Messen als Seismografen der Wirtschaft fungieren, rechnen die Mitglieder mit einer substantiellen Erholung gegen Ende 2010, Anfang 2011. Neu als EMECA-Mitglied aufgenommen wurde die Landesmesse Stuttgart.


"Unternehmen, die sich jetzt an unseren Messen beteiligen, investieren in ihre eigene Zukunft und stellen häufig erfreut fest: Der Erfolg ist zwar schwieriger geworden, aber der Erfolg ist immer noch möglich. Denn unverändert besteht eine substantielle Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen. Messen sind damit Stoßdämpfer der Krise", so der EMECA-Vizepräsident Kommunikation, Bernd A. Diederichs, Geschäftsführer der NürnbergMesse.

Innerhalb Europas gibt es freilich deutliche Unterschiede. So berichten die spanischen Messeplätze nach einem überproportionalen Wachstum in den letzten zehn Jahren nun von Rückgängen von zwanzig Prozent und mehr auf ihren nationalen und internationalen Fachmessen. Sie sind damit im europäischen Vergleich am stärksten betroffen. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise wird in Spanien durch das Platzen der Baublase, die Schockwellen in weitere Wirtschaftssektoren sendet, noch verstärkt. Auch Portugal spricht von knapp zweistelligen Rückgängen. Von keinen nennenswerten Einbrüchen berichten dagegen im Verhältnis kleine Messeländer wie Belgien und die Niederlande. Aber auch Deutschland, in Europa wie weltweit der größte Messeplatz, ist bisher nur in Einzelfällen betroffen. Gleiches gilt für die Schweiz. Die Messeländer Frankreich und Italien sehen ein im Verhältnis gutes erstes Halbjahr 2009, rechnen aber im zweiten Halbjahr mit Rückgängen. Überraschend für nahezu alle Mitglieder ist das gute Abschneiden zweier Produktkategorien: der Konsumgüter-Fachmessen und der Publikumsmessen. Beide scheinen bisher kaum Auswirkungen zu verzeichnen. Gespannt blicken deshalb die EMECA-Mitglieder bereits jetzt auf das Jahr 2010. "Kommt die Erholung und wenn ja, wann?", ist die Königsfrage, die nicht nur die Messeverantwortlichen beschäftigt.

Investitionen in weiche Faktoren lösen Infrastrukturmaßnahmen ab
In den letzten Jahren haben die EMECA-Mitglieder über 2,5 Mrd. Euro in ihre Messeplätze investiert. Rechnet man den neu hinzugekommenen Messeplatz Stuttgart hinzu, sind es sogar rund 3,5 Mrd. Euro. Ein Beispiel für laufende Investitionen ist die schweizerische MCH Group des EMECAPräsidenten René Kamm. In Basel werden in den nächsten drei Jahren über 200 Mio. Euro in die Modernisierung des Messegeländes investiert. Im gleichen Schritt wird das Gelände aber um rund 20.000 m² auf dann 140.000 m² verkleinert. "Wir werden dann eine optimale Infrastruktur bieten, die wir sehr effizient nutzen können", erklärt Kamm. Die ehemalige Messe Basel und später MCH Messe Schweiz ist heute im gesamten Live-Marketing aktiv und begleitet ihre Kunden in allen Phasen der Face-to- Face-Kommunikation. Dadurch hat sich der Umsatz der MCH Group seit dem Jahr 2000 auf 230 Mio. Euro verdoppelt und der Reingewinn verzehnfacht. Auch die führenden Messeplätze Mailand, Paris und Frankfurt berichten von weiteren Investitionen in ihre Messe- und Kongresszentren.

"Es gibt heute weltweit keine bessere Messeinfrastruktur als in Europa", ist der EMECA-Vizepräsident für Infrastruktur und technische Studien, Dr. Giovanni Mantovani, CEO der Messe Verona, überzeugt. Die Messeunternehmen haben deshalb nun begonnen, ihre Investitionsbudgets für die Optimierung der weichen Faktoren zu nutzen. Dazu zählt vor allem die Verbesserung des Besuchermarketings und der Besucherservices.

Insgesamt zeigte die von Offenheit, Transparenz und großem Vertrauen geprägte Diskussion bei der Generalversammlung in Verona, dass immer mehr unterschiedliche Geschäftsmodelle entwickelt werden. "Dadurch profitieren wir im Kollegenkreis viel stärker vom Austausch auf EMECA-Ebene als wir das noch vor fünf oder gar zehn Jahren getan haben", erklärt Michael von Zitzewitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt. In Frankfurt wird auch die zweite EMECA Generalversammlung in diesem Jahr stattfinden. Im November werden sich die Geschäftsführer der Mitgliedsplätze darüber austauschen, wie das Jahr 2009 nun tatsächlich war und welche Tendenzen sich für 2010 abzeichnen.

EMECA verlegt Sitz nach Brüssel - in die "Hauptstadt Europas"
Mit der Verlegung des EMECA-Sitzes reagiert der Verband auf die weiterhin zunehmende Relevanz der europäischen Politik sowie die sich immer stärker beschleunigenden Veränderungen im Messesektor und in der gesamten Wirtschaft. "In Brüssel sind wir näher am politischen Geschehen und können uns effektiver für unsere Ziele einsetzen. Wir wollen die Anerkennung seitens der EU für die Bedeutung und Leistung des europäischen Messewesens für die Wirtschaft steigern und unser Profil schärfen", so von Zitzewitz in seiner Funktion als EMECA-Vizepräsident EU. Hierfür wird die EMECA verstärkt Gespräche mit der Europäischen Kommission und den übrigen Institutionen in Brüssel führen. Die Themen beginnen beim Schutz des geistigen Eigentums auf Messen, reichen über die Stärkung des europäischen Mittelstandes bis hin zu Veranstaltungsrichtlinien, Sicherheitsanforderungen oder der Barrierefreiheit von Messegeländen. Zu diesen und weiteren Themen wollen sich die EMECA-Mitglieder rechtzeitig und vordringlich mit ihren Anliegen einbringen.

EMECA fungiert schon länger als Schnittstelle der großen europäischen Messegesellschaften zur Europäischen Union: Bereits 2004 wurde zur Intensivierung der Kontakte zu den Europäischen Institutionen die EU Working Group unter Führung der Messe Frankfurt ins Leben gerufen, die seither halbjährlich in Brüssel zusammen kommt, um für die Verbandsmitglieder interessante Themen zu bearbeiten und zu diskutieren. Seit 2009 existiert die Technical Working Group, die unter der Leitung der Messe Verona technische Studien und den Austausch über die existierende Infrastruktur koordinieren wird.

Seit Oktober 2008 ist Jörn Kronenwerth Generalsekretär der EMECA und arbeitet vor Ort gemeinsam mit der EMECA EU Working Group daran, die Beziehungen zur Kommission zu intensivieren. "Fast alle für das europäische Messewesen wichtigen Entscheidungen werden inzwischen in Brüssel getroffen. EMECA gehört nach Jahren intensiver Arbeit zu den Stimmen, die gehört werden", so Kronenwerth.

Einen schönen Erfolg kann das neue Generalsekretariat bereits verbuchen: Die EMECA ist Teil eines Konsortiums, das im Auftrag der EU-Kommission das Wirtschaftsförderungsprogramm AL Invest IV umsetzen wird (AL = America Latina = Lateinamerika). Inhaltlich soll das Programm die Wirtschaftsbeziehungen zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen aus Lateinamerika und der EU fördern. Neben Information und Schulung sind auch geförderte Messeauftritte auf europäischen Fachmessen geplant. Die Federführung für dieses Programm liegt bei Eurochambres, EMECA übernimmt die Koordination der Messeauftritte. Insgesamt sollen in den nächsten vier Jahren über 30 Gemeinschaftsstände auf ausgewählten europäischen Fachmessen organisiert werden.

Über die EMECA
Insgesamt führen die 19 EMECA-Plätze jährlich rund 1.200 Messen mit rund 388.000 Ausstellern und 43,5 Millionen Besuchern auf einer vermieteten Ausstellungsfläche von rund 36 Millionen Brutto-Quadratmetern durch. Nach eigenen Schätzungen generieren die ausstellenden Unternehmen einen Umsatz von über 800 Milliarden Euro durch ihre Messebeteiligung. Laut einer KMPG-Studie liegen die volkswirtschaftlichen Effekte, ausgelöst durch Messen auf den EMECA-Plätzen, bei rund 16 Milliarden Euro. Das sichert über 360.000 Arbeitsplätze in Europa. Das EMECA-Board wird seit Januar 2009 angeführt vom Präsidenten René Kamm (CEO MCH Group), Michael von Zitzewitz (Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt) verantwortet als Vizepräsident die Beziehungen zur Europäischen Union, Bernd A. Diederichs (CEO NürnbergMesse) fungiert als Vizepräsident Kommunikation. Neu im Board ist Giovanni Mantovani (CEO Fiera Verona) als Vizepräsident Technik und Studien. Neuer Schatzmeister ist EMECA-Vizepräsident Enrique Calomarde (Generalsekretär Feria Valencia).

Die EMECA-Mitglieder:

Deutschland:
Messe Frankfurt, Deutsche Messe (Hannover), NürnbergMesse, Landesmesse Stuttgart

Italien:
BolognaFiere, Fiera Milano, Rimini Fiera, VeronaFiere

Frankreich:
EUREXPO - Centre de Conventions et d’Expositions de Lyon, VIPARIS, Paris

Niederlande:
Royal Dutch Jaarburs Utrecht

Belgien:
Brussels Expo

Großbritannien:
National Exhibition Center Birmingham

Spanien:
Fira de Barcelona, IFEMA - Feria de Madrid, Feria Valencia

Portugal:
Feira Internacional de Lisboa

Schweiz:
MCH Group (Basel, Zürich), Geneva Palexpo

Ansprechpartner Presse und Medien:
Peter Ottmann
Mitglied der Geschäftsleitung NürnbergMesse
Pressesprecher EMECA
Messezentrum
90471 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11. 86 06-83 15
Fax +49 (0) 9 11. 86 06-86 40
pressesprecher@nuernbergmesse.de
www.emeca.com

May 7, 2009

 


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