EMECA Press Releases

European Major Exhibition Centres Association:

Messen spüren konjunkturelle Erholung

- Nach zyklus- und konjunkturbedingten Rückgängen 2009 erwarten Messegesellschaften ein gutes Geschäftsjahr 2010
- Studie soll Lösungen für verbesserte Energieeffizienz aufzeigen
- Förderung von Messebeteiligungen lateinamerikanischer KMU


Die in der European Major Exhibition Centres Association (EMECA) zusammengeschlossenen Messegesellschaften behaupten sich im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld besser als erwartet. „Wer über die jeweilige nationale oder internationale Leitmesse einer Branche verfügt lässt die Krise schneller hinter sich und vermag kräftige Impulse zu geben“, so René Kamm, EMECA-Präsident und CEO der MCH-Group (Schweiz). Nach teilweise deutlichen zyklus- und konjunkturbedingten Rückgängen im Krisenjahr 2009 verzeichnen die EMECA-Mitglieder im laufenden Jahr 2010 wieder eine positive Geschäftsentwicklung, was die allmählich spürbare konjunkturelle Erholung widerspiegelt. In den veränderten Marktsituationen stehen bei den Messegesellschaften vor allem zwei strategische Stossrichtungen im Vordergrund: Internationalisierung und Diversifizierung.

„Ist 2010 das Jahr 1 nach der Krise oder das Jahr 3 in der Krise?“ Diese Frage gehörte zu den am meisten diskutierten bei der Generalversammlung der großen europäischen Messegesellschaften, EMECA, in Basel. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Entwicklungen der Messegesellschaften und Messeländer war diese Frage am Ende nicht einheitlich zu beantworten. Einig sind sich die Mitglieder jedoch in der Einschätzung, dass 2010 deutlich besser werden wird als 2009.

Insgesamt verzeichneten die EMECA-Mitglieder im Jahr 2009 zyklus- und konjunkturbedingte Rückgänge bei allen relevanten Messekennzahlen: Die Zahl der Veranstaltungen sank um sechs Prozent gegenüber 2008 auf 1.276. 86 Prozent dieser Veranstaltungen fanden in Europa statt, bereits immerhin 14 Prozent und damit jede siebte Messe führen die EMECA-Mitglieder inzwischen außerhalb Europas durch. Die Zahl der Aussteller sank um sieben Prozent auf rund 321.000, die belegte Hallenfläche ging überproportional um elf Prozent auf rund 32,3 Millionen m² zurück. Ebenfalls gesunken ist die Zahl der Besucher, um zehn Prozent auf rund 37,7 Millionen. Im Ergebnis geht der Gesamtumsatz aller EMECA-Mitglieder um zehn Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zurück. „Ein großer Teil dieser Rückgänge ist auf ein zyklusbedingt schwächeres Veranstaltungsjahr 2009 zurückzuführen“, betont René Kamm.

Tatsächlich sind die Auswirkungen der Wirtschaftskrise im Messewesen sehr unterschiedlich: Generell sind die Publikumsmessen weniger betroffen als die Fachmessen, insbesondere diejenigen in den "Krisen-Branchen" wie zum Beispiel der Automobil-Industrie oder der Baubranche. Entsprechend sind diejenigen Messegesellschaften am stärksten betroffen, welche ein starkes Fachmessenportfolio in diesen krisengeschüttelten Branchen haben und/oder in Regionen beheimatet sind, in denen sich die Rezession besonders stark auswirkt.


Vorsichtiger Optimismus – veränderte Marktsituationen

Entsprechend blicken die Messegesellschaften durchaus mit Zuversicht in die Zukunft. „Wir müssen uns allerdings bewusst sein, das sich die Marktsituationen verändert haben und noch verändern werden“, betont René Kamm. „Wir werden vermehrt in bereinigten Märkten aktiv sein, was eine neue Herausforderung sein wird.“

Im Hinblick auf diese veränderten Marktsituationen zeichneten sich an der Generalversammlung der EMECA denn auch klare strategische Trends der Mitglieder ab: Festigung der Marktposition der Leitmessen; vermehrte Investitionen in die Märkte und die Vermarktung – und weniger in die Infrastruktur; Erweiterung der internationalen Aktivitäten, insbesondere in Asien und Lateinamerika; Ausbau der Dienstleistungsangebote und engere Zusammenarbeit mit den Gastveranstaltern. Diese strategischen Stossrichtungen machen deutlich, dass auch im Messewesen Kooperationen, Mergers und Akquisitions in Zukunft ein entscheidender Faktor sein werden.


EMECA verabschiedet Granier und von Zitzewitz

Im Rahmen der EMECA-Generalversammlung in Basel wurden die beiden EMECA-Vizepräsidenten Michael von Zitzewitz (Frankfurt) und Marc Granier (Paris) verabschiedet. „Ihr habt Euch um das europäische Messewesen verdient gemacht. Und was genau so wichtig ist: die Arbeit mit Euch hat viel Freude gemacht“, erklärte René Kamm stellvertretend für alle EMECA-Mitglieder. Das EMECA-Board wird weiterhin angeführt vom Präsidenten René Kamm (CEO der MCH Group, früher Messe Schweiz AG). Bernd A. Diederichs (CEO NürnbergMesse) fungiert als Vizepräsident Kommunikation. Giovanni Mantovani (CEO Veronafiere) ist Vizepräsident Technik und Studien. Schatzmeister der EMECA ist Enrique Calomarde (Generalsekretär Feria Valencia). EMECA-Generalsekretär ist Jörn Kronenwerth. Die Vizepräsidentenposten für Strategie sowie für die Beziehungen zur Europäischen Union sollen im Herbst neu besetzt werden.


Studie zu Energieverhalten der großen europäischen Messeplätze

Nach ihrer Studie „Ease of access, ease of success“ zu Bewegungsfreiheit und Zugangsmöglichkeiten auf europäischen Messeplätzen legt die EMECA 2010 eine neue Untersuchung zum Thema Energieeffizienz auf. Ziel der Initiative ist es, die Beschaffenheit und Energieleistung repräsentativer Messe- und Ausstellungsplätze in Europa zu messen. Dabei liegt der Studienschwerpunkt auf der Beziehung zwischen Konstruktionsmaterialien und Fassadentechniken sowie dem Energieverbrauch für Raumheizung und -kühlung. Für die Untersuchung ausgewählte Messeplätze sind zum einen die erst vor wenigen Jahren fertig gestellten Faszilitäten in Mailand (2005) und Stuttgart (2007), zum anderen die bereits länger bestehenden Messeplätze Madrid (1991) und Utrecht (1916). Hintergrund der Studie ist die komplexe Gebäudestruktur der europäischen Messeplätze, die einer ersten Befragung der 18 EMECA-Mitglieder zufolge noch großes Entwicklungspotenzial hinsichtlich Energieeinsparungen bietet. Aus den Studienergebnissen sollen sich Lösungsmöglichkeiten für alle europäischen Messeplätze ableiten lassen. Die Idee zur Studie entwickelte die 2009 ins Leben gerufene technische Arbeitsgruppe der EMECA unter der Leitung der Messe Verona. Durchgeführt wird die Studie von der Mailänder Universität für Polytechnik.


EMECA unterstützt Förderprogramm Al-Invest

Lateinamerika gewinnt für den internationalen Handel zunehmend an Interesse. Bereits 2007 lag der Anteil Mittel- und Südamerikas am Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 3.534 Milliarden US-Dollar bei 6,5 Prozent. Grund genug für die EMECA, ihr Engagement bei der Umsetzung des Wirtschaftsförderungsprogramms für Lateinamerika „America Latina-Invest“ (Al-Invest) fortzusetzen. Das 1995 von der EU ins Leben gerufene Programm erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus Lateinamerika die Teilnahme an europäischen Fachmessen. Geleitet wird Al-Invest von Eurochambres, dem europäischen Dachverband der Industrie- und Handelskammern. Bis heute nahmen mehr als 87.000 KMU daran teil.

Al-Invest gliedert sich in insgesamt vier Phasen. Eckpfeiler der aktuellen Runde ist die Förderung von Handelsbeziehungen durch Messeauftritte. Traditionell stehen Lateinamerika und die EU zwar in engen Handelsbeziehungen, allerdings erstrecken sich diese fast ausschließlich auf ein paar wenige Großunternehmen. KMU können sich einen Messeauftritt im Ausland aus finanziellen und logistischen Gründen nur selten leisten. Das Ziel der vierten Phase des Programms besteht daher darin, zwischen 2009 und 2012 rund 30 Gemeinschaftsstände für lateinamerikanische KMU auf ausgewählten europäischen Fachmessen zu organisieren. Die EMECA zeichnet für deren Umsetzung verantwortlich.

Informationen zur Teilnahme an Al-Invest IV sowie Bewerbungsunterlagen gibt es auf der Website der Europäischen Kommission.


Über die EMECA:

Insgesamt führen die 18 EMECA-Plätze jährlich über 1.200 Messen mit rund 321.000 Ausstellern und 37,7 Millionen Besuchern auf einer vermieteten Ausstellungsfläche von rund 32 Millionen Brutto-Quadratmetern durch. Nach eigenen Schätzungen generieren die ausstellenden Unternehmen einen Umsatz von rund 800 Milliarden Euro durch ihre Messebeteiligung. Laut einer KMPG-Studie liegen die volkswirtschaftlichen Effekte, ausgelöst durch Messen auf den EMECA-Plätzen, bei rund 16 Milliarden Euro. Das sichert über 360.000 Arbeitsplätze in Europa.


Die EMECA-Mitglieder:

Belgien:
Brussels Expo

Deutschland:
Deutsche Messe (Hannover), Messe Frankfurt, NürnbergMesse, Landesmesse Stuttgart

Frankreich:
EUREXPO – Centre de Conventions e d’Expositions de Lyon, VIPARIS, Paris

Italien:
BolognaFiere, Fiera Milano, Rimini Fiera, VeronaFiere

Niederlande:
Royal Dutch Jaarburs Utrecht

Portugal:
Feira Internacional de Lisboa

Schweiz:
MCH Group (Basel, Zürich, Lausanne), Geneva Palexpo

Spanien:
Fira de Barcelona, IFEMA – Feria de Madrid, Feria Valencia

Ansprechpartner Presse und Medien:
Peter Ottmann
Mitglied der Geschäftsleitung NürnbergMesse
Pressesprecher EMECA
Messezentrum
90471 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11. 86 06-83 15
Fax +49 (0) 9 11. 86 06-86 40
pressesprecher@nuernbergmesse.de
www.emeca.eu


June 14, 2010

 


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