EMECA Press Releases

European Major Exhibition Centres Association:

EMECA unterstützt Förderprogramm Al-Invest

- Ziel: lateinamerikanischen Unternehmen den EU-Markt öffnen
- 30 Gemeinschaftsstände auf internationalen Messen in der EU


Lateinamerika gewinnt für den internationalen Handel zunehmend an Interesse. Bereits 2007 lag der Anteil Mittel- und Südamerikas am Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 3,534 Mrd. US-Dollar bei 6,5 Prozent. In den vergangenen zwei Jahren erzielte allein der Export Lateinamerikas zweistellige Wachstumsraten. Zwar übertreffen die 27 EU-Staaten die Wirtschaftsleistung der aufstrebenden Region mit 16,770 Mrd. US-Dollar und einem Welt-BIP-Anteil von 30 Prozent derzeit noch um ein Fünffaches. Die im weltweiten Vergleich untergeordnete Rolle Lateinamerikas nimmt jedoch – unter anderem wegen der wirtschaftlich günstigen Produktionsbedingungen – stetig zu. Grund genug für die EMECA, ihr Engagement bei der Umsetzung des Wirtschaftsförderungsprogramms für Lateinamerika „America Latina-Invest“ (Al-Invest) fortzusetzen.

Das 1995 von der EU ins Leben gerufene Programm erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus Lateinamerika die Teilnahme an europäischen Fachmessen. Geleitet wird Al-Invest von Eurochambres, dem europäischen Dachverband der Industrie- und Handelskammern. Bis heute nahmen mehr als 87.000 KMU daran teil.

Al-Invest gliedert sich in insgesamt vier Phasen. Eckpfeiler der aktuellen Runde ist die Förderung von Handelsbeziehungen durch Messeauftritte. Traditionell stehen Lateinamerika und die EU zwar in engen Handelsbeziehungen, allerdings erstrecken sich diese fast ausschließlich auf ein paar wenige Großunternehmen. KMU können sich einen Messeauftritt im Ausland aus finanziellen und logistischen Gründen nur selten leisten. Das Ziel der vierten Phase des Programms besteht daher darin, zwischen 2009 und 2012 rund 30 Gemeinschaftsstände für lateinamerikanische KMU auf ausgewählten europäischen Fachmessen zu organisieren. Die EMECA zeichnet für deren Umsetzung verantwortlich. Ein Unternehmen, das sich für das Wirtschaftsförderprogramm Al-Invest anmeldet, kann als Co-Aussteller mit anderen Unternehmen aus Lateinamerika auf der Messe teilnehmen.

Die EMECA berät Eurochambres auch bei der Auswahl förderungswürdiger Fachmessen. Dabei werden die besonderen Bedürfnisse und Wünsche der lateinamerikanischen KMU berücksichtigt: Ausgewählt werden jene Fachmessen, die große Bedeutung für ihre jeweilige Branche haben und an denen viele internationale Aussteller und Besucher teilnehmen. Insgesamt werden durch das Förderprogramm Al-Invest folgende zehn Branchen unterstützt: das Handwerk, die Lebensmittelindustrie, der Umwelt- und Energiesektor, Informations- und Kommunikationstechnologien, der Dienstleistungssektor, die Textilindustrie, Forstwirtschaft, Biotechnologie sowie die Bauindustrie und die Landwirtschaft.


Interview zur Al-Invest mit Jörn Kronenwerth, EMECA Generalsekretär

Es ist das erste Mal, dass ein Messeverband an einem EU-Programm in dieser Form teilnimmt. Jörn Kronenwerth, EMECA Generalsekretär, über dessen zentrale Bausteine, Investitionen und profitierende Branchen. Das komplette Interview ist zu finden unter www.emeca.eu.


Herr Kronenwerth, das Al-Invest-Programm existiert seit 1994 und befindet sich nun (2009–2012) in seiner vierten Stufe. Was bedeutet das konkret?
Kronenwerth: Das Programm Al-Invest hat das Ziel, den Handel und den technologischen Austausch zwischen den lateinamerikanischen und europäischen KMU zu fördern. Ein zentraler Baustein dieses Programms besteht darin, lateinamerikanischen Unternehmen durch eine Teilnahme auf Messen in Europa einen Marktzugang zu ermöglichen, mit europäischen Unternehmen in Kontakt zu kommen und dauerhafte Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Bis heute nahmen mehr als 87.000 KMUs daran teil. Al-Invest IV ist die Fortsetzung der bisher geförderten Phasen und hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2012. Eckpfeiler der aktuellen Runde ist explizit die Förderung von Handelsbeziehungen durch Messeauftritte, denn KMUs können sich einen Messeauftritt im Ausland aus finanziellen und logistischen Gründen nur selten leisten.

Wie ist EMECA in das EU-Förderprogramm eingebunden?
Kronenwerth: Die Aktivitäten, die im Rahmen vom Al-Invest IV stattfinden, werden von einem europäischen Konsortium unter der Federführung von Eurochambres abgewickelt und geleitet. Innerhalb des Konsortiums ist es unsere Aufgabe, die jeweiligen Messebeteiligungen zu organisieren und somit den lateinamerikanischen Unternehmen eine optimale Plattform für den Auftritt ihrer Produkte zu bieten.

Wie groß ist das Budget und wie kommt man an das Geld? Wie hoch sind die Zuschüsse durchschnittlich?
Kronenwerth: Die Gesamtinvestition des Programms für die Laufzeit von vier Jahren beträgt 62 Mio. Euro, davon werden 50 Mio. Euro direkt von der Europäischen Kommission finanziert, die den lateinamerikanischen KMU zu Gute kommen und wovon, zum Beispiel, deren Beteiligung an den europäischen Messen bezahlt werden.

Welche Branchen profitieren davon besonders?
Kronenwerth: Die Branchen, die besonders davon profitieren, sind diejenigen, die in Lateinamerika stark entwickelt oder in Entwicklung sind. Lateinamerikanische Industrieverbände aus diesen Branchen suchen für ihre Mitglieder Austausch- und Internationalisierungsmöglichkeiten. Beispiele sind: Konsumgüter, Nahrungsmittel, Ernährung, Tourismus, Landwirtschaft, Informationstechnologie, Bau- und Automobilindustrie.

Was bedeutet das Programm für die EMECA-Mitglieder?
Kronenwerth: Für die EMECA-Mitglieder bedeutet das Programm die große Chance, sich gegenüber lateinamerikanischen Unternehmen als leistungsfähiger Messeveranstalter zu empfehlen, dem es gelingt, die richtigen Akteure auf Geschäftsebene miteinander zu vernetzen. Umgekehrt profitieren die Unternehmen davon, dass sie führende Messeplattformen für ihren Eintritt in den europäischen Markt nutzen können.


Informationen zur Teilnahme an Al-Invest IV sowie Bewerbungsunterlagen gibt es auf der Website der Europäischen Kommission.


Über die EMECA:

Insgesamt führen die 18 EMECA-Plätze jährlich über 1.200 Messen mit rund 321.000 Ausstellern und 37,7 Millionen Besuchern auf einer vermieteten Ausstellungsfläche von rund 32 Millionen Brutto-Quadratmetern durch. Nach eigenen Schätzungen generieren die ausstellenden Unternehmen einen Umsatz von rund 800 Milliarden Euro durch ihre Messebeteiligung. Laut einer KMPG-Studie liegen die volkswirtschaftlichen Effekte, ausgelöst durch Messen auf den EMECA-Plätzen, bei rund 16 Milliarden Euro. Das sichert über 360.000 Arbeitsplätze in Europa.


Die EMECA-Mitglieder:

Belgien:
Brussels Expo

Deutschland:
Deutsche Messe (Hannover), Messe Frankfurt, NürnbergMesse, Landesmesse Stuttgart

Frankreich:
EUREXPO – Centre de Conventions e d’Expositions de Lyon, VIPARIS, Paris

Italien:
BolognaFiere, Fiera Milano, Rimini Fiera, VeronaFiere

Niederlande:
Royal Dutch Jaarburs Utrecht

Portugal:
Feira Internacional de Lisboa

Schweiz:
MCH Group (Basel, Zürich, Lausanne), Geneva Palexpo

Spanien:
Fira de Barcelona, IFEMA – Feria de Madrid, Feria Valencia

Ansprechpartner Presse und Medien:
Peter Ottmann
Mitglied der Geschäftsleitung NürnbergMesse
Pressesprecher EMECA
Messezentrum
90471 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11. 86 06-83 15
Fax +49 (0) 9 11. 86 06-86 40
pressesprecher@nuernbergmesse.de
www.emeca.eu


June 15, 2010

 


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